dieuhr


 

Die Uhr der Paläontologen

 

Fränkische Schweiz Museum

 

Eine Fossilie zu finden ist die eine Sache. Wie können die Paläontologen aber feststellen, wie alt sie ist? Denn die Feder, die Michael Kohler gefunden hatte, könnte ja auch aus jüngerer Zeit von einem modernen Vogel stammen. Daher ist die Datierung der Fundstücke ungeheuer wichtig, um sie richtig deuten und einordnen zu können. Die Paläontologen bedienen sich verschiedener Methoden zur Altersbestimmung. Erstmal geht man davon aus, dass ein Fossil so alt ist wie die Gesteinsschicht, in der es gefunden wurde. Das funktioniert aber nur, wenn die Schichtenabfolge nicht gestört wurde. Taucht in einer bestimmten Gesteinsschicht eine Fossilienart extrem häufig auf, benutzt man diese als sogenannte Leitfossilien. Mit diesen Leitfossilien kann man wiederum in gestörten Schichtenabfolgen andere Fossilien altersmäßig bestimmen.

Zum Beispiel sind im Moor diese Leitfossilien Blütenpollen, Sporen und einzellige Tiere. Die entsprechende Schicht wird mikroskopisch abgesucht nach solchen Spuren und exakt gezählt. So kann man das Alter der Moorleichen relativ gut einstufen. Kohler fand den Abdruck seiner Feder in Schichten, wo es solche terrestrischen Leitfossilien nicht gibt. Terrestrisch heißt vom Festland stammend und kommt von dem lateinischen Wort Terra für Erde oder Land. Dafür existieren in den Plattenkalken zahlreiche Fossilien wie Ammoniten, Belemniten, Brachiopoden, Muscheln, kleine Seeigel und Seeigelstacheln. Seltener findet man auch Schnecken, Krebs- und Seesternreste, Hai- oder Saurierzähne.

Die Ammoniten waren Kopffüßler und gehörten zu den häufigsten Meerestieren der Jura- und Kreidezeit. Sie wandelten sich in ihrer Entwicklung relativ häufig und rasch.

 

Die Ammonitenart veränderte das Aussehen seiner Schale sehr häufig. In aufeinanderfolgenden Schichten des mittleren Juras findet man immer einen Schalentyp, sodaß eine zeitliche Bestimmung der jeweiligen Schicht gut möglich ist.

Aber es gibt noch andere Möglichkeiten der Altersbestimmung. Die Beschaffenheit, Schichtung, Korngröße, Färbung oder Ablagerungsgeschwindigkeit der Gesteine ermöglichen auch Rückschlüsse auf ihr Alter. Ziemlich exakte Datierungen erhält man durch die radioaktive Altersbestimmung. Auf der Erde kommen ca. 70 natürliche radioaktive Isotope (Atome mit unterschiedlicher Masse) vor. Diese natürliche Radioaktivität ist überall vorhanden und unterliegt keinen äußeren Einflüssen wie Druck oder Temperatur. So befindet sich Radioaktivität nicht nur in Pflanzen und Tieren, sondern auch in deren Fossilien. Man misst also den radioaktiven Zerfall in dem Fossil. Durch Vergleiche mit Zerfallsreihen erfährt man dann das Alter einer Fossilie.

 

Riesenammoniten

Die Fossilien dieser Ammoniten unterschiedlicher Herkunftsorte  geben nicht nur Auskunft über das Alter des Gesteins, in dem sie gefunden wurden. Sie berichten auch über die klimatischen Bedingungen zu der Zeit, in der sie lebten.

 

Spezialisten am Werk

 

Leicht werden Fossilien in Plattenkalken übersehen, weil sie zunächst nicht sehr deutlich zu erkennen sind. Denn die Fundstücke können auch von mehreren Kalklagen überdeckt sein. Die Entdeckung eines Fossils ist daher zumeist erst der Beginn eines großen Arbeitsaufwandes. Bereits bei der Bergung besonders großformatiger Fossilien beginnen oft schon die Probleme. Wenn Kalkplatten zerbrechen, müssen sie später Fachleute in mühseliger Kleinarbeit wieder zusammensetzten. Dabei ergänzen sie fehlende Scherben.

Bei Kalküberlagerungen werden die Funde unter einem Mikroskop gereinigt. Dadurch werden winzige Details freigelegt  und nicht zerstört. Millimeterweise wird mit Spezialwerkzeugen wie Skalpelle oder Spezialnadeln darüberliegender Kalk entfernt.

Besonders sehr kleine Fossilien, etwa die von Insekten, verursachen am meisten Arbeit. Denn die Beinchen, Facettenaugen, Fühler oder Flügel sind derartig zarte Gebilde, daß eine zu grobe Freilegung oder ein Abrutschen mit der Nadel den Fund zerstören könnte.

 

Eine Libelle wurde mit Spezialnadeln von überlagernden Sedimentschichten gereinigt. Nach der Bearbeitung ist sogar die Äderung der Flügel wieder zu erkennen.

 

 

 


Viele Gattungen und Arten lebten nur verhältnismäßig „kurze“ Zeit. Daher sind Ammoniten hervorragende Leitfossilien, nach denen die Sedimente zeitlich eingeordnet werden können. Da die Ammoniten zum Ende der Kreidezeit ausstarben, mußte also diese Feder älter als 67 Millionen Jahre sein.

 

So müsste ein Ammonit zu Lebzeiten ausgesehen haben. Unübersehbar ist seine Ähnlichkeit mit dem heutigen Nautilus. Es ist ein Verwandter, genauso wie Kraken und Tintenfische.

 

Heutiger Nautilus

 

Fossilien - Ammoniten von FossNet - Internet Fossilien Store

In der Regel blieb nur die harte Schale als Fossil erhalten

 

 

Zur Startseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!