erkenntnisse


 

Darwins wichtigste Erkenntnisse

 

Darwin stieß sich als Schüler und Student immer an den trockenen Unterrichtsinhalten. Vielleicht hatten es seine Lehrer nur versäumt, seine Neugierde und sein Interesse zu wecken. Anstatt zu sagen: „Schlag das Buch auf und lerne Seite soundso bis soundso“ (wieso eigentlich?) hätten sie ihn vielleicht besser gefordert. „Hör mal Charly, diese Tatsache ist darum echt interessant. Versuche doch mal herauszubekommen, warum sich dies oder jenes so verhält.“ Er wäre vielleicht in der Schule erfolgreicher gewesen, wenn die Lehrer ihn nach seinen Interessen gefragt hätten. Aber die waren anscheinend unwichtig. Vielleicht mochten die Lehrer aber auch ganz einfach sich, Darwin oder ihren Job nicht. Denn eigentlich kann es an ihm nicht gelegen haben.

Denn auf seiner Reise angesichts der zahlreichen Eindrücke, Erlebnisse, Beobachtungen und seinen zusammengetragenen Fundstücken bewies Darwin, dass er sehr wohl wissenschaftlich arbeiten konnte. Er führte ein Reisetagebuch. Darin beschrieb er sehr genau alle seine Beobachtungen. Steine, Pflanzen, Fossilien wurden exakt erfasst und beschrieben. Darwin sammelte nicht mehr ziellos, er ging nun sehr systematisch vor. Er begann, Zusammenhänge zu begreifen.

 

picture of Charles Darwin

 


Die Veränderbarkeit der Arten

 

Bis dahin galt, dass Gott alle Arten erschaffen habe, egal, ob Pflanze oder Tier. Deshalb seien die Arten auch nicht veränderbar. Bald erkannte Darwin, dass das nicht stimmen konnte. Er gewann die Ansicht, dass das derzeitige Leben auf der Erde das Ergebnis einer Entwicklung ist, die Jahrmillionen lang andauerte. Es gab bereits früher Naturwissenschaftler, die diese Ansicht vertraten.

Der französische Naturwissenschaftler Lamarck

 Jean-Baptiste Lamarck geb. 1744 gest. 1829

 

veröffentlichte bereits im Jahre 1809 seine „Zoologische Philosophie“. Darin beschrieb er, dass alle lebenden Körper auf der Erde in einfachster Form erschienen. Durch allmähliche Weiterentwicklung würden sie zu komplizierten Lebewesen werden.

Auch in Deutschland gab es Vertreter, die an die Veränderbarkeit der Arten glaubten. Ein sehr bekannter Mann war Johann Wolfgang von Goethe. Durch seinen Ruhm als Schriftsteller wird häufig vergessen, dass er sich auch intensiv und erfolgreich mit den Naturwissenschaften beschäftigt hatte.

 

Johann Wolfgang von Goethe geb. 1749 gest.1832

 

Der große Verdienst von Darwin bestand darin, dass er auf der Forschungsreise so viel Material gesammelt hatte, dass er seine Ansichten belegen konnte.

Zeitgleich mit Darwin forschte in Südamerika ein Naturforscher namens Wallace. Später studierte er die Natur im malayischen Archipel. Das sind Inseln zwischen dem asiatischen Festland und Australien. Er kam zum gleichen Resultat wie Darwin.

 

 Alfred Russel Wallace lebte von 1823-1913

 

Später behaupteten einige, Darwin habe seine Lehre von Wallace geklaut. Wahr ist nur, dass die Zeit reif war für solche Entdeckungen. Und Darwin hätte seine Erkenntnisse erst viel später veröffentlicht, wenn Wallace nicht mit seiner Arbeit gekommen wäre. Wallace trat freiwillig zurück, als er merkte, dass Darwin kurz vor ihm gleiche Ergebnisse herausgefunden hatte. Damit wurde er eine tragische Figur der Wissenschaft. Das war nicht Darwins Schuld. Es ist die Schuld derjeniger, die zu dumm sind, sich zwei Namen als Entdecker der Evolutionstheorie zu merken.


Evolution

 

Darwin und einer seiner Verwandten Karikatur aus dem „London Sketch Book“ aus dem Jahre 1874

 

Darwin kam zu der Überzeugung, auch Menschen sind den Naturgesetzen unterworfen. Sie besitzen keine Sonderstellung in der Natur. Das bedeutet, dass sie ein Glied des tierischen Stammbaumes sind. Somit sind sie ebenfalls der Evolution ausgesetzt. Die Evolution ist die Lehre von der Entwicklung der Lebewesen oder Abstammungslehre.

Obwohl sich Darwin in seinem ersten Buch davor hütete, direkt etwas über die Entwicklung des Menschen auszusagen, zog er mit dieser Erkenntnis viel Ärger auf sich. Die Kirchen liefen Sturm. Er, der fromme Mann, wurde als Gotteslästerer beschimpft. Die Annahme von Darwin widersprach der Darstellung von Adam und Eva im Paradies als fertige Menschen, nicht als Tiere. Viele Leute ertrugen es nicht, mit Tieren auf eine Stufe gestellt zu werden. So lernte Darwin nicht nur den Ruhm durch seine Arbeit kennen, sondern auch Empörung, Spott, Hohn und Abwehr.

 

Karikatur aus dem Magazin Punch im Jahre 1881

 

Viele Gelehrte, auch in Deutschland, lehnten seine Lehre ab und manche beschimpften ihn als Spinner. Oberschlaue Karikaturisten in den Zeitungen wetteiferten darin, möglichst verletztende Karikaturen von Darwin in Verbindung mit Affen zu zeichnen und zu veröffentlichen. So ändern sich die Zeiten: heute lacht keiner mehr über Charles Robert Darwin. Dafür sind diese dümmlichen Zeichner Zielscheibe des Spotts und einfach nur lächerlich.

 

„Darwin als Affe“ Englische Karikatur 1871


Selektion

 

Weiterhin vermutete Darwin, dass im ständigen Konkurrenzkampf (Kampf ums Dasein)  diejenigen Lebewesen am Leben bleiben und sich vermehren können, die besser an die jeweils herrschenden Bedingungen angepaßt sind. Dadurch käme es zu einer natürlichen Auslese unter den Lebewesen einer Population. Eine Population ist die Gesamtheit der Lebewesen einer Art in einem begrenzten Raum. Die natürliche Auslese wird Selektion genannt.

Auch Lamarck erklärte die Weiterentwicklung der Arten, kam aber zu anderen Schlussfolgerungen. Nach Lamarck gab es am Anfang den Vorfahren der Giraffe mit kurzem Hals. Diese hatte das innere Bedürfnis, an die höher hängenden Blätter im Baum zu kommen. Sie streckte und dehnte nach diesen Blättern immer wieder den Hals, bis er allmählich länger wurde. Lamarck vertrat also die Ansicht, dass sich die Arten durch direkte Anpassung veränderten.

 

 

Dabei konnte aber Lamarck nicht aufzeigen, wie die durch Training erworbene Anpassung weitervererbt werden könnte. Oder weshalb neue Merkmale auftauchen, die nicht durch Anpassung erworben wurden.

 

Giraffe neck extension

 

Darwin ist der Meinung, dass es anfangs eine Population von Giraffen mit unterschiedlich langen Hälsen gab. Im Verhältnis zu den späteren Giraffen hatten sie jedoch kurze Hälse. Innerhalb dieser Population besaßen aber die Giraffen einen Vorteil, deren kurze Hälse länger waren wie die der Tiere aus ihrer Population. Denn sie kamen an die Blätter in den Bäumen heran, die die anderen nicht erreichten.

Beispielsweise in Zeiten der Futterknappheit sicherte dieser Vorteil ihnen Nahrung. Die Giraffen mit zu kurzen Hälsen verhungerten. Oder sie litten durch Futtermangel an Krankheiten oder waren schwächer. Sie fielen also der natürlichen Auslese oder Selektion zu Opfer, weil sie nicht ausreichend angepasst waren.

Die Giraffen mit längeren Hälsen konnten eher Nachkommen zeugen. Der Vorteil des längeren Halses wurde vererbt. Nach etlichen Generationen gibt es immer noch Giraffen mit unterschiedlich langen Hälsen.

 

 

 

Aber insgesamt haben sie alle längere Hälse als ihre Vorgänger. Demnach läuft die Selektion stetig weiter.


Mutation

 

Darwin beobachtete, dass Nachkommen der Lebewesen Unterschiede aufweisen können. Manche dieser Abweichungen sind erblich.

Damit meinte Darwin spontan entstandene Veränderungen der Erbsubstanz von Lebewesen. Man bezeichnet es als Mutation. Solche spontanen Veränderungen der Erbsubstanz sind sehr selten. Noch viel seltener kommt es vor, daß eine Pflanze oder ein Tier durch sein verändertes Erbgut einen Vorteil erlangt. Denn meistens sind sie für das betroffene Lebewesen schädlich.

Die Träger von Erbanlagen heißen Gene. Bei genetischen Veränderungen entstehen meistens Erbkrankheiten. Unser Bruder hat so eine genetische Veränderung. Sie äußert sich in einem Down-Syndrom. Dadurch bekam er nicht nur äußerlich bestimmte Merkmale, die von Menschen ohne diese genetische Veränderung abweichen. Er wurde durch diese Veränderung in seinem Erbgut geistig behindert. Das heißt aber nicht, dass er blöd ist. Aber er lernt anders wie wir. Wir können im Kopf rechnen. Er kann nur das ausrechnen, was er sieht. Darum benutzt er eine Rechenmaschine mit Kugeln. Doch er kann auch lesen und schreiben. Zwar viel langsamer als wir, aber er hat es gelernt, obwohl er dafür keine Bilder hat. Mit dem Sprechen hat er große Probleme. Manchmal sieht und erkennt er Dinge schneller als wir, weil er gut beobachten kann. Durch die Mutation seines Erbgutes hat er Nachteile, weil die Leute nur das akzeptieren können, was in ihren Augen normal ist. Normal ist für sie keine genetische Veränderung. Hätte die Mehrzahl der Menschen ein Down-Syndrom, wären wir wahrscheinlich die Deppen.

Mutationen, die Nachteile aufweisen, sind also nicht erwünscht. Aber ohne Mutationen wäre keine neue Art entstanden. Der Rattenigel in Südostasien hat einen langen Schwanz und eine Art Fell. Er ist ein lebendes Fossil. Versteinerte Fossilien fand man von ihm in Europa, Nordamerika und Afrika. Der europäische Igel stammt vom Rattenigel ab. Durch Mutationen wandelte sich also das Haarkleid unseres Igels in seiner Entwicklungsgeschichte zu Stacheln, woduch er sich besser an herrschende Bedingungen anpassen konnte. Er hatte eine wirkungsvolle Waffe gegen seine Freßfeinde bekommen (leider schützen ihn seine Stacheln nicht vor Autoreifen). Unserem Igel sehr ähnliche Verwandte leben in Madagaskar. Sie heißen Borstenigel und es gibt davon dreißig verschiedene Arten. Einige Arten besitzen Stacheln, andere sind kurzhaarig. Es gibt dort Borstenigel mit Schwimmhäuten, die perfekt an ein Leben im Wasser angepaßt sind. Andere Arten klettern auf Bäumen herum. Und wiederum andere durchwühlen den Boden. Ihre Pfoten ähneln denen der hiesigen Maulwürfe. Auch wenn solche vorteilshaften Mutationen extrem selten auftreten, so passierten sie in 2500 Millionen Jahre häufig genug, um auf der Erde eine Vielfalt von Pflanzen und Tierarten hervorzubringen.

 

 

Ein Vertreter der Borstenigel, Tenrek oder Tanrek

igel  Der europäische Igel

  Ein Rattenigel aus Südostasien


Separation

 

Auch räumliche (geographische) Schranken z.B. Wasserflächen wie Ozeane könnten zwischen verschiedenen Populationen einer Art zu isolierten Entwicklungsabläufen führen. Es bilden sich dadurch besondere Rassen heraus, die zu neuen, nicht mehr untereinander fortpflanzungsfähigen Arten werden können. Darwin war mit der Beagle in Australien und sah, dass dort die Pflanzen- und Tierarten völlig anders entwickelt waren wie auf den anderen Kontinenten.

Im „Solnhofen im Wandel der Zeit“ beschrieben wir, dass es anfangs einen Urkontinent und später zwei Riesenkontinente gegeben hat. Australien trennte sich als erstes vom Urkontinent ab und war durch den Ozean von der Entwicklung auf den anderen Erdteilen isoliert. Daher entwickelten sich in Australien völlig andere Lebensformen.

Darwin stellte fest, daß aber auch manchmal schon ein Fluß oder ein Gebirge als räumliche Schranke ausreicht, um unterschiedliche Arten entstehen zu lassen.

Auf den Galapagosinseln beobachtete er Riesenschildkröten. Die Galapagosinseln bestehen aus 55 Inseln und gehören zu Ecuador in Südamerika. Verblüfft bemerkte Darwin, dass die Panzer dieser Schildkröten unterschiedlich aussahen. Jede Insel hatte eine eigene Unterart von Schildkröten. Anhand der Panzer ließ sich also feststellen, von welcher Insel die Schildkröte stammte.

 

 

Ohne Darwins und Wallaces Erkenntnisse hätte das Solnhofer Fossil vermutlich nicht richtig aus- und bewertet werden können. Andererseits bestätigte der Archäopteryx eindringlich die Ansichten von Charles Robert Darwin und Alfred Russel Wallace.

 

Zur Startseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!