geldregiert


 

Geld regiert die Welt und den Archopteryx

Bereits ein Jahr spter war die Feder vergessen. Denn 1861 fand Heinrich Ottmann in seinem Steinbruch eine Kalkplatte mit einem gefiedertem Tier. Er zeigte die Platte dem Landarzt Dr. Carl Hberlein. Der war als leidenschaftlicher Fossiliensammler bekannt. Und er ersteigerte umgehend das Fossil fr fnfzig Gulden. Nach seiner Mitteilung hin ber diesen sensationellen Fund besuchte ihn ein Professor Albert Oppel. Dem dmmerte, dass dieses Tier mit Flgeln und echsenartigen Knochen eine Sensation war. Heimlich fertigte er eine Skizze von dem Tier an. Denn Hberlein hatte ihm zeichnen und fotografieren verboten. Er stand bereits in Kaufverhandlungen mit dem Britischen Naturkundemuseum in London. Der Direktor des Museums Richard Owen kaufte Hberlein seine Fossiliensammlung ab. So flog der erste Archopteryx ganz ohne sich anzustrengen erster Klasse im September 1862 nach London. Und Hberlein freute sich ber eine satte Gewinnspanne. Die Englnder versten ihm die Trennung von den Fossilien mit ca. 8000 Gulden. Eine horrende Geldsumme fr damalige Verhltnisse.

Richard Owen wertete den Fund aus. Der Aufbau der Federn, die Form der Flgel und die Knochen waren bestens erhalten. Leider fehlte diesem Wesen der Kopf. Anfangs glaubte man, dass auch Brust und Hals fehlen wrde. Inzwischen konnten durch Rntgenuntersuchungen Brustbein und Halsansatz festgestellt werden. Er stufte diese Tierform schlielich trotz der Reptilienmerkmale als Vogel ein. H. von Meyer hatte die Feder 1861 Archaeopteryx lithographica genannt, was soviel heit wie uralte Feder aus dem lithographischen Schiefer. Owen bernahm diesen Namen.

Sechzehn Jahre spter, im Jahre 1877, fand Johann Drr in seinem Steinbruch ein weiteres Exemplar. Es war in einem besseren Zustand wie der erste Fund und hatte etwas sehr entscheidendes: seinen Kopf. Den Mann plagten Steuerschulden. So veruerte er seine Platte an einen kniglichen Steuereintreiber. Der interessierte sich nmlich sehr fr Fossilien. Kein Wunder! Sein Papa war Landarzt Dr. Carl Hberlein. Und wie der Vater war auch der Sohn ausgesprochen geschftstchtig.

Ernst Hberlein erwarb den Archopteryx fr 1400 Mark und hatte einen Steuersnder weniger. Ganz selbstlos beschloss er, da sein Archopteryx nicht auswandern mu. Also bot er seine Fossiliensammlung fr lppische 36000 Mark zum Verkauf an. Deutschland erhielt ein Vorkaufsrecht. Nun hatte Deutschland ein gewaltiges Problem. Niemand bekam soviel Geld zusammen. Als es fast schon beschlossene Sache war, dass der zweite Archopteryx nach England oder Nordamerika geht, bekam Hberlein offenbar doch Gewissensbisse und ging mit dem Preis herunter. Der an den Naturwissenschaften interessierte Industrielle Werner von Siemens pumpte dem Museum fr Naturkunde in Berlin die Summe von 20000 Mark.

 Das Berliner Naturkundemuseum

 

Das Museum sollte dann im April 1881 und 1882 jeweils 10000 Mark zurckzahlen. Der Archopteryx durfte in Deutschland bleiben.

 

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Werner von Siemens wurde spter als der groe Gnner gefeiert, der den Archopteryx dem Naturkundemuseum schenkte. Ganz so gnnerhaft war er dann doch nicht.

 

Der Berliner Professor fr Palontologie Dames stellte anatomische Abweichungen von dem ersten Archopteryx fest. Daher nannte er den zweiten Fund Archaeornis siemensi Dames. Eine Ehre fr den edlen Spender Siemens, dass eine Tierart mit nach ihm benannt wurde. Leider irrte der Professor. Spter stellte es sich heraus, dass beide Urvgel der gleichen Art angehrten. Die anatomischen Abweichungen ergaben sich aus unterschiedlichem Alter und Geschlecht. Damit war sein eigener Name auch aus dem Rennen. Macht nichts. Den Steinbrucharbeitern Michael Kohler, Heinrich Ottmann, Johann Drr oder Eduard Opitsch setzte man ja auch kein Denkmal.

Unter den Gelehrten entwickelte sich ein lebhafter Streit, ob es sich bei dieser Fossilie um ein Reptil oder einen Vogel handelt. Doch fr einen Naturforscher war der Archopteryx mehr als nur eine spannende Fossilie. Fr ihn war der Urvogel der Beweis fr sein Lebenswerk. Der Mann hie Charles Robert Darwin.

 

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