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Der Archäopteryx als Modell

 

 

Es war möglich, nach dem Fossil das Skelett des Archäopteryx´ genauestens zu rekonstruieren. Dadurch konnte der Archäopteryx morphologisch und anatomisch untersucht werden.

 

 

Die Morphologie ist die Lehre von der Entwicklung und Herkunft der Formen und Gestalten bei Organismen. Die Anatomie  ist die Lehre vom Bau der Körperteile.

 

 

Mit solchen Untersuchungen versucht man, ein Fossil von einem unbekannten Lebewesen einzuordnen. Dazu benutzt man Modellreihen heute noch lebender Lebewesen oder Ahnenreihen, die aus früheren Fossilienfunden erstellt wurden. Mit diesen Modell- oder Ahnenreihen vergleicht man dann das bisher unbekannte Lebewesen.

 

 

Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Untersuchung des Schädels und Kiefers zur Einordnung der Fossilien in Stammbäume, Entwicklungsrichtungen und Tiergruppen. Ziel ist immer, eine möglichst realistische Rekonstruktion zu erstellen.

 

 

Solche Rekonstruktionen bleiben immer etwas zweifelhaft, denn Fossilien sind lediglich Hinweise. Sie sind niemals ein Beweis für die stammesgeschichtliche Entwicklung.

 

 

Dazu kommt, dass die Fossilie zumeist lückenhaft ist, weil zum Beispiel die Weichteile fehlen. Doch ohne Fossilien und deren Deutung wäre eine Erforschung der Evolution undenkbar.

 

 

Da der Archäopteryx ungefähr zu gleichen Teilen Vogel- und Reptilienmerkmale aufwies, wurden Modell- und Ahnenreihen von Vögeln und Reptilien im Vergleich herangezogen.

 

 

Aus dem Wissen des Aufbaus heute lebender Tiere konnte auf das nachgebaute Skelett Weichteile, also Muskeln, Organe und anderes Gewebe, aufmodelliert werden. Darüber wurde dann eine künstliche Haut gespannt.

 

 

Die gut erhaltenen Federabdrücke erlaubten die Vermutung, wie sie beim lebenden Archäopteryx vermutlich angeordnet waren.

 

 

Kopfzerbrechen bereitete allerdings den Forschern die Kopfhaltung des Fossils. Zuerst konnte man sie sich überhaupt nicht erklären. Denn es erschien als unwahrscheinlich, dass der Vogel ununterbrochen den Hals auf dem Rücken trug und unablässig nach oben geguckt haben soll.

 

 

Die Erklärung für die Halskrümmung erbrachte schließlich der Berliner Ornithologe Heinroth durch Experimente. Ein Ornithologe ist ein Vogelkundler.

 

 

Er ließ Vögel, die dem Archäopteryx ähnelten, in der gleichen Lage verwesen. Das Ergebnis bei einem Kuckucksvogel ergab, dass das Muskelfleisch schneller verweste als Bänder und Sehnen. Dadurch zogen diese Bänder und Sehnen den Kopf des verendeten Tieres in die Rückenlage. So konnte schließlich auch Hals- und Kopfhaltung rekonstruiert werden.

 


 

 

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