mumien


 

Mumifizierte Fossilien im Eis

 

Aber nicht nur Gesteinsschichten sind für die Paläontologen interessant. Leicht verderbliche Lebensmittel frieren wir im Gefrierschrank ein, um ihre Haltbarkeit zu verlängern. Genau das Gleiche passiert im ewigen Eis der Gletscher oder in Dauerfrostböden. So gibt es auch Fossilien durch Einfrieren. Beispielsweise wurden relativ gut erhaltene Mammutteile im sibirischen Dauerfrostboden gefunden.

 

Rekonstruktion eines Mammuts nach mumifizierten Funden in Sibirien

 

Diese mumifizierten Fossilien sind deswegen besonders spannend, weil auch Weichteile erhalten blieben, die man in Gesteinen lediglich als Abdruck findet. 1991 fand man durch das Abtauen der Gletscher in den Ötztaler Alpen Ötzi, eine menschliche Mumie. Das Gletschereis hatte ihn so schonend konserviert, daß man sogar noch feststellen konnte, was der Mann vor seinem Tode gegessen hatte.

 

 

Mumifizierte Fossilien der Wüste

 

Doch auch die Wüste birgt mumifizierte Fossilien, die durch schnellen Wasserentzug entstanden sind. In tropischen Trockengebieten haben sich so Trockenmumien erhalten. Meist sind es kleinere Tiere wie Mäuse oder Vögel. Denn diese Tiere besitzen bei relativ großer Körperoberfläche verhältnismäßig wenig Körperflüßigkeit. Deshalb trocknen sie für die Mumifizierung schnell genug aus.


Mumifizierte Fossilien im Moor

 

 

Moorwasser ist durch den hohen Gehalt an Humussäure wie das Eis in der Lage, Lebewesen zu erhalten. Dabei spielt das Torfmoos eine wichtige Rolle.

 

 

Es wächst Schicht um Schicht in die Höhe und das untere abgestorbene Moos wird zu Torf. Torf ist also ein Zersetzungsprodukt von Pflanzenresten, die unter Luftabschluß im nassen Boden lagern. In den einzelnen Schichten finden Paläontologen überwiegend zahlreiche Blütenpollen, Sporen und einzellige Tiere. Solche Kleinfossilien bleiben Jahrtausende hinweg mumifiziert in ihren Schichten erhalten. Der Torf wird seit Jahrhunderten für Brennmaterial oder als Dünger gestochen. Schon häufig fanden Torfstecher bei ihrer Arbeit gut erhaltene mumifizierte Moorleichen. Südöstlich von Eckernförde in Norddeutschland befindet sich das Gut Windeby am Domlandsmoor. Im Mai 1952 fand man dort das „Mädchen von Windeby“. 

 

Das „Mädchen von Windeby“ war etwa vierzehn Jahre alt, als sie starb. Zuerst nahm man an, dass sie wegen Ehebruches hingerichtet wurde. Inzwischen gehen die Forscher nach Röntgenuntersuchungen der Knochen davon aus, dass sie an Unterernährung gestorben war. Ihre letzte Ruhestätte ist das Schleswiger Museum für Vor- und Frühgeschichte.

 

Man entdeckte noch weitere Moorleichen. Um die 450 mehr oder weniger guterhaltene Funde dieser Art machte man allein in Norddeutschland oder Dänemark. Aber auch in Bayern fand man am 23.7.1957 in der Nähe von Schongau einen Sarg im Moor. In ihm war eine Frau bestattet. Die Wissenschaftler, die sie untersuchten, nannten die Mumie „Rosalinde“.

 

 

Die berühmtesten Funde aus dem Moor stammen aus der Erdneuzeit. Sie sind zwischen 1000 bis 3000 Jahre alt. Damit sind sie aus der Sicht der Erdgeschichte sehr junge Zeugen der allerjüngsten Vergangenheit. Entschieden ältere Fossilien kann man in der Kohle entdecken. Der Torf ist ein Stadium der sogenannten Inkohlung. Andere Stadien sind Braun- und Steinkohle und Anthrazit (eine Abart der Steinkohle, die kohlenstoffreich und schwer entzündbar ist). In der Braunkohle, beispielsweise bei Halle, entdeckte man häufig Fossilien, wo auch Weichteile fossil erhalten blieben. Diese Funde stammten aus dem Eozän.

 

Zur Startseite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!