solnhofen


 

Solnhofen im Wandel der Zeit

 

Ammoniten, Belemniten, Brachiopoden, Muscheln, Seeigel, Krebse, Seesterne oder Haie passen eindeutig nicht in das heutige Bild vom Altmühltal. Wie sollten diese Fossilien dort hingekommen sein? Nordsee, Ostsee, der Atlantische Ozean oder das Mittelmeer sind weit entfernt.

Auch das Flüsschen Altmühl erinnert nicht im entferntesten an eine Meeresküste, wo man derartige Fossilien vermuten könnte. Eine Reise in die Vergangenheit kann das Geheimnis lüften.

 

Der Urkontinent

 

Man weiß, daß sich das Aussehen unserer Erde seit ihrem Bestehen ununterbrochen wandelte. So gab es vor etwa 200 Millionen Jahren auf unserem Planeten nur eine einzige zusammenhängende Landmasse. Diesen Urkontinent nennt man Pangaea.

 

 

Pangaea besaß vermutlich in etwa die Gestalt dieser Skizze. Die heutigen Kontinente waren aneinandergefügt und miteinander verbunden.

Das erklärt, warum die Ursprünge von Leben ersteinmal gleichmäßig auf dem gesamten Planeten stattfanden. Pflanzen und Tiere konnten sich auf dem gesamten Festland ausbreiten, da sie keine Grenzen in Form der heutigen Ozeane hatten. So findet man heute auf unterschiedlichen Kontinenten gleichartige Fossilien, obwohl sie eindeutig terrestrisch lebten.

Die Tethys oder das Tethys-Meer war ein Urmittelmeer von gewaltigen Ausmaßen, was mit dem heutigen Mittelmeer nicht zu vergleichen ist.


Zwei riesige Kontinente

 

Der Urkontinent begann sich dann vor etwa 180 Millionen Jahren aufzuspalten und langsam auseinander zu driften.

Die erste Trennung verlief entlang des heutigen Nordatlantischen und Indischen Ozeans.

Es entstanden zwei Riesenkontinente, Laurasia im Norden und Gondwanaland im Süden. Sie waren nur noch stellenweise miteinander verbunden.

 

 

Nordamerika löste sich von Afrika. Indien und die Antarktis trennten sich vom Gondwanaland. Durch das rotierende Gondwanaland verengte sich das Tethys-Meer zwischen dem jetzigen Afrika und Asien.

 


Unser Planet auf dem Weg in die Neuzeit

 

Vor 135 Millionen Jahren entsprach die Weltkarte bei weitem noch nicht dem heutigen Bild. Aber die jetzige Lage der Kontinente kann man bereits erahnen.

Durch das ständige Auseinanderdriften der Landmassen dehnte sich der Graben des Nordatlantischen und Indischen Ozeans aus.

 

 

Grönland begann sich von Nordamerika zu trennen und Indien steuerte auf die Südküste Asiens zu, die noch etwa 3200 km entfernt war.

Südamerika löste sich von Afrika. Australien und die Antarktis hingen noch zusammen.

Das Tethys-Meer verkleinerte sich zunehmend und verflachte dabei.


Europa im Erdmittelalter

 

Die Karte von Europa zeigt nur wenig Land und als Inseln. Viele Gebiete waren vom Meer überspült. Das heutige Deutschland  und Frankreich waren überwiegend Meeresfläche mit unterschiedlich hohem Wasserpegel. Der Wasserpegel schwankte je nachdem, ob gerade eine Meeresüberflutung oder ein Rückzug des Wassers vorherrschte. Somit ist erklärt, warum man in den Plattenkalken des Altmühltals überwiegend maritime Fossilien findet.  Maritim kommt auch aus dem Lateinischen und bedeutet, dass etwas zum Meer gehört.

 

In der Zeit, aus der die Feder stammt, herrschten also noch völlig andere Bedingungen. Die kontinentalen Driftungen verursachten Meeresüberflutungen und Meeresrückzüge. Begleitet war es von Sedimentation, Faltungen, Vulkanausbrüchen, Gesteinsumwandlungen, Gebirgsbildungen und Klimaschwankungen. Das Tier, daß diese Feder trug, lebte zu einer Zeit, als es noch keine Alpen gab. Sie entstanden später dadurch, dass Afrika und Europa aneinanderstießen. An Stelle des Mittelmeeres existierte das Tethys, das Urmittelmeer. Zu diesem Zeitpunkt war also das heutige Altmühlteil als Festland, von einigen Inseln abgesehen, noch nicht vorhanden.

Die Karte von Europa in der Kreidezeit zeigt nur wenig Land (dunkelgrau) als Inseln. Die hellgrauen Gebiete waren vom Meer überspült. Das heutige Deutschland  und Frankreich waren überwiegend Meeresfläche mit unterschiedlich hohem Wasserpegel. Der Wasserpegel schwankte je nachdem, ob gerade eine Meeresüberflutung oder ein Rückzug des Wassers vorherrschte. Somit ist erklärt, warum man in den Plattenkalken des Altmühltals überwiegend maritime Fossilien findet.  Maritim kommt auch aus dem Lateinischen und bedeutet, dass etwas zum Meer gehört.

Vor 150 Millionen Jahren lag das Gebiet Altmühltal am Nordrand des Urmittelmeeres, begrenzt von den böhmischen Inseln im Osten und der mitteldeutschen Insel im Norden und Nordwesten. Im Süden befand sich ein flacher Küstensockel. Korallenriffe, die man als Fossilien fand, bezeugen, dass das Klima zu der Zeit tropisch bis subtropisch war. Das Meerwasser war warm. Dieses war-me Meerwasser begünstigte die Karbonatproduktion. Karbonate sind Salze der Kohlensäure. Kohlensäure entsteht, wenn Kohlendioxid in Wasser gelöst wird. Das Karbonat war die Vorraussetzung für die Entstehung vom Kalkgestein. Der Träger der Feder der Solnhofener Fossilie lebte in einer Welt, die heutzutage eher der Landschaft der Südsee ähnelt und keine Ähnlichkeit mit Mitteldeutschland hat.

 

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